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Geschichte
Über
den E8 ist geschichtlich nur wenig bekannt, bzw. es gibt nicht allzu viele
Informationen dazu. Um diese Lücke zu
füllen, habe ich mich deshalb intensiv mit seiner Geschichte
befasst und mittlerweile einiges zusammenbekommen.
Bisher hatte Holder nur große (ED10, EDII) oder kleine (E5,
E6)
Schlepper hergestellt. Da lag es nahe, einen
Einachsschlepper für den mittleren Leistungsbereich
zu konstruieren, den “E8“, der Ende 1961 auf
den
Markt
kam.
Nach dem Grundprinzip des E6 gebaut, eignete er sich als
mittelschwerer
Einachser hervorragend für viele verschiedene Bereiche.
Der E8 ist der erster Schlepper von Holder, der gleich mit drei
Motorvarianten angeboten wurde. Allerdings nicht gleich auf einmal,
sondern schrittweise: Ursprünglich wurde er mit
einem 4
- Takt Berning DK 8 konstruiert, dem aber schnell ein 2 - Takt
F&S D 400L folgte. Danach wurde schließlich noch ein
2 - Takt F&S Stamo 281 ins Programm aufgenommen. Alle
drei haben jeweils 8 PS.
Zur
besseren Unterscheidung, wurde der Sachs Diesel als "D",
der Sachs Benzin als "F" bezeichnet. Der Berning allerdings
bekam (jedenfalls auf Papier) keine, wird aber als "E8B" bezeichnet.
Die Höchstgeschwindigkeit des Schnellgangs
wurde aus
Sicherheitsgründen auf 15 km/h gedrosselt. Da die
Übersetzung
aber gleich blieb, kommt der Diesel nur auf ca. 12 km/h. Mit einer
zusätzlich gangabhängigen Zapfwelle war auch der
Anbau eines
Triebachsanhängers möglich. Dieser wurde
maßgeschneidert von der Firma Waffenschmid hergestellt. So
war er besonders für die Forstwirtschaft bestens geeignet. Auf
Wunsch konnte eine komplette Beleuchtungs- und Signalanlage installiert
werden. Zudem war der E8 mit weiteren Extras, wie vor- und
rückwärts- laufender Zapfwelle und Lenkbremsen
ausgestattet.
Sein Einsatzgebiet war der Garten-, Obst- und Weinbau,
sowie die allgemeine Landwirtschaft. Später fand er auch im
Forst- und Kommunalbereich Verwendung.
Die Anbaugerätereihe wurde der Einfachheit halber quasi direkt
vom
E6
übernommen und lediglich der größeren Kraft
und Höhe angepasst. So war ein Ganzjahreseinsatz in vielen
verschiedenen Bereichen möglich. Durch das Verwenden von nur
einer
Radgröße, ist das Wechseln der Anbaugeräte
noch einmal erleichtert worden. Zudem konnte man auch ein paar
Geräte des E6 verwenden. Wirklich "Neu", war ein
Vielfachgerät, mit dem bis zu drei Reihen gleichzeitig
bearbeitet
werden konnten. Dieses eignete sich besonders für den
Kartoffelbau.
Wohl aufgrund des hohen Spritverbrauchs, wurde der Sachs Stamo
so
gut wie nie eingebaut, wovon auch die wenige Werbung zeugt. Ebenso fand
auch der Berning selten
aber etwas mehr Verwendung. Hier triumphierte der Diesel, da er vor
allem sparsamer und für Geräte dieser Klasse
"eher üblich" war.
Da es beim Diesel manchmal Probleme mit der Kühlung gab, sind
ab 1963 zusätzlich seitliche Lüftungsschlitze in die
Haube
eingelassen
worden, während diese beim Sachs Stamo von Anfang an Standart
waren. Nur
beim
Berning wurden sie je nach entsprechender Anforderung eingelassen und
waren erst ab ca. 1966 Standart.
Problematisch war auch die Bolzenaufnahme, die nicht für die
auftretenden Kräfte ausgelegt war und bei vielen brach. Diese
ist aber nur bei
wenigen Schleppern verstärkt worden.
1965 wurde das Bremssystem komplett überarbeitet. Die
Lenkbremsen befanden
sich
dann, wie die Feststellbremse, in der Mitte und konnten nun
auch festgestellt werden.
Die meisten Schlepper wurden, vor allem wegen der
Leichtigkeit und dennoch
großen Kraft, hauptsächlich in die Niederlande, bzw.
an die nördlichen Grenzen NL/D
exportiert.
Trotz guter Voraussetzungen, wurde schließlich aufgrund der
verhaltenen Verkaufszahlen in den letzten drei Jahren (ca. 70
Stück/Jahr) die Produktion 1971 mit knapp 2.000 verkauften
Schleppern beendet.
Von
einer auf zwei Achsen:
Vom E8 gibt auch eine Variation: Den A8. Hier wurden zwei E8 -
Getriebe mit einer Knicklenkung versehen. In den A8 wurden ebenfalls
alle drei Motorvarianten eingebaut, allerdings mit dem gleichen
Ergebnis. Wie bei den großen
Allradern, besaß auch er eine Hubmechanik und Allrad, dass
hier ausschaltbar war. Allerdings waren die Verkaufszahlen erheblich
niedriger.
Mehr Infos zum Cultitrac A8 gibt es auf meiner dritten
Homepage.
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